moehnesee2013

Möhnesee 2013

Baden geh’n am Möhnesee

Es ist soweit, ein ganz normales Regattawochenende steht vor der Tür. Es beginnt eigentlich schon mit der Tatsache, dass beim Kranen am Sonntag  vorher uns die TÜV Plakette des Hängers endgegenlacht und mit April 2013 noch Handlungsbedarf anzeigt. In der Woche bleibt natürlich keine Zeit also letzt möglicher Termin am Freitag um 14.30 Uhr.

Freitagmittag unsere älteste Tochter nach der Schule eingepackt, und mit nach Woffelsbach genommen. Sie hat am Wochenende Piratentraining im Yacht-Club-Rursee und Übernachtungsprogramm mit Ihrer Vorschoterin in Stollberg. In Woffelsbach schnell zwei Taschen mit Segelsachen bei meinen Eltern eingeladen und zum Club, Boot anhängen.

In Simmerath beim TÜV pünktlich 14.30 Uhr angekommen. Eine abgeschlossene Halle mit einem Schild: „Bin gleich wieder da“ Ein Mitwartender gibt freudig Auskunft: „ so in 10 Minuten“.                20 Minuten später, nichts. Abfahrt nach Imgenbroich, die Degra schließt um 15.00 Uhr

Dort ist noch reger Betrieb, ich kann noch eine halbe Stunde warten. Einsteigen ein paar Meter fahren und Vollbremsung alles OK. Handbremse angezogen und versuchen los zu fahren, beide Reifen blockieren. Ganz kurz nach hinten fahren, damit die Rücklaufbremse auslöst.  „Alles OK“ so der Prüfer „jetzt fahre ich nur noch in die Halle uns sehe mir den Hänger von unten an“.

In der Halle ist der der Bremsenprüfstand wohl zu verlockend, den muss er dann wohl doch mal Testen. Erstaunlich, auf beiden Bremsen keine Bremswirkung mehr????

Zu meiner Verwunderung guckt der Prüfer genau so blöde wie ich. „Die muss jetzt irgendwie hängen“. Er versucht durch vor und zurück wippen mit dem Zugfahrzeug die Bremsen zu Lösen, was auf der rechten Seite auch funktioniert. Links entdecken wir ein Spaltmaß von 4mm an einer Bremsbacke. Meine Frage nach einem Hammer kommentiert er erstaunlicher Weise mit „ Keine schlechte Idee“ entschließt sich jedoch erstmal mit dem Schraubenzieher an einem kleinen Loch die Bremsbacke zu bearbeiten. „Klack“ die Bremse geht wieder einbandfrei und oben drein gibt es eine nagelneue Plakette. Tipp: einmal im Jahr mit angezogener Handbreme kurz nach hinten Fahren, damit die Rücklaufbremse auslöst und der Dreck in den Trommeln die Bremsbacken nicht blockiert.

Samstagmorgen, wir schaffen es genau um 7.15 Uhr unsere jüngste Tochter am Treffpunkt für Ihr Handballwochenende abzusetzen. Die anderen Eltern staunen nicht schlecht als wir mal eben mit unserem Gespann (Wohnmobil und Boot) den Bus blockieren unsere Tochter samt Gepäck in dem Bus verstauen und nach kurzem Tag sagen, unsere Fahrt zum Möhnesee beginnen.

Am Möhnesee bei schönem Wetter und Wind sitzen die beiden anderen Rursee Mannschaften, Dieter und Sigrid Lüth sowie Roger Sacha und Hildegard Schorm noch beim Frühstück. Sie sind schon freitags angereist. Also erst mal Schiff abhängen und einen Kaffee trinken.

Nach einem kurzen, sagen wir „fachlichen Austausch“ mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, die wohl heute den Krahn bedient, entschließt diese sich doch noch unser Boot zu slippen.

Der Wind ist wie vorhergesagt 4 Bft in Böen 6 Bft. Dieter und ich tauschen uns über den Trimm für den heutigen Tag aus. Es fliegen die Begriffe, die in der Dyasklasse allgemein bekannt sind:             nach Hoesch, nach Lauer, nach North, 931, 119, 36 KME, Mittelwind 1 und 2, LC und MC……         Roger, der interessiert zuhört Platzt der Kopf. War nur Spaß. Wir klären gerne auf, denn so schwer ist das gar nicht.

14.00 Uhr erster Start. Sollte jedenfalls. Die Regattaleitung wartet seit 1 Stunde auf das DLRG Boot, welches den Startbram und die Tonnen legen muss. Die Kontaktaufnahme war dann um 13.40 Uhr erfolgreich und um 14.00 Uhr klappt es dann auch. Egal der Wind reicht für zwei Tage.

Die Atmosphäre bleibt immer locker entspannt.

Erster Lauf leider nur 10 Schiffe, Falko musste  beruflich zum Hochwassereinsatz. Schade wir hatten uns nach dem Training und den beiden Regatten am Rursee auf ein Wiedersehen gefreut.

1. Lauf. Der Wind ist ziemlich Ruppig aber beherrschbar

2. Lauf. Vor dem Start legt der Wind nochmal zu. In einer Böen Walze verlieren Georg und Gisela ihren Mast und wir kentern unter Spi. Bei uns schon ein bisschen Rutine. Spi und Spibaum einholen, Segel los, über Großbaum und Wand auf den Kiel steigen, möglichst im richtigen Moment wieder ans Deck krabbeln und wenn das nicht klappt, hoffen das der Vorschoter noch genug Power hat, dich mit reinzuziehen. Dann die Klappen auf und ablaufen ohne wieder zu Kentern. Auf der Kreuz die Hosenbeine hochziehen und das Wasser aus den Stiefeln laufen lassen. Von den drei Schiffen die an uns vorbeiziehen können wir noch eins bis zum Ziel überhohlen.

Für heute dann genug mit Segeln, Duschen und im Club abends mit netten neuen und bekannten Gesichtern, lecker Essen was Trinken und uns austauschen. Es wurde viel gelacht. Neben den bekannten Gesichtern ist es immer toll neue Segler kennen zu lernen und wen es so lustig ist auf jeden Fall. Georg konnte schon am Abend einen neuen Mast organisieren.

Sonntag  ist der Wind dann zwar etwas drehender aber nicht mehr ganz so stark.

Nach Lauf 3. und 4. ab zum Krahn und Schiff auf den Hänger. Nach der Siegerehrung geht es auf die Autobahn nach Woffelsbach,  Boot abstellen, Segel ausräumen, Tochter einpacken und nach Hause, dort ist mittlerweile auch unsere zweite Tochter eingetroffen.

Müde und ziemlich platt ziehe ich am Abend ein Resümee: Es klingt ungewöhnlich aber genau so sollten Wocheneden sein, nicht alle und nicht jedes, aber versucht es selber einmal aus, wie zufrieden man nach so einem ausgefüllten und ereignisreichen Wochenende einschläft.

Ger 1449 Jörg Stransky

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